NotfallVorsorge

Mein Ziel an dieser Stelle ist die Sensibilisierung und Information zu dieser Thematik.


Für mich gehört die NotfallVorsorge zum Thema Erste-Hilfe, da wir uns auch hier mit Unfall, Krankheit, Sterben und Tod beschäftigen.



Jederzeit kann jeder von uns in die Situation kommen für sich selbst keine Entscheidungen mehr zu treffen.

Dies kann durch ein Koma durch einen Unfall oder Schlaganfall oder ähnliches verursacht sein.


Gerade in diesem Fall müssen Entscheidungen getroffen werden. Entscheidungen zur Gesundheit, zum Aufenthalt, zu Geldangelegenheiten.


Für diesen Fall kann man mit verschiedenen Instrumenten vorsorgen:


  • Patientenverfügung
  • Vorsorgevollmacht


diese können in dem zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registriert werden.


Im zentralen Vorsorgeregister können Gerichte und behandelnde Ärzte anfragen und Informationen einholen.



In einer Patientenverfügung


kann man schriftlich für den Fall der Entscheidungs-unfähigkeit im Voraus festlegen, ob und wie man in bestimmten Situationen ärztlich behandelt werden möchten.


Hier kann man seine Gedanken und Entscheidungen zu Krankheit, Sterben und Tod formulieren.


Die Festlegungen für oder gegen bestimmte Behandlungen, sollten bewusst getroffen sein, da durch einen Behandlungsverzicht unter Umständen auf ein Weiterleben verzichtet wird. Umgekehrt sollte man sich darüber klar sein, dass für eine Chance, weiterleben zu können, möglicherweise Abhängigkeit und Fremdbestimmung in Kauf genommen werden muß.


Die Patientenverfügung entlastet die Familienangehörigen in der Situation, wo der Betroffene keine Entscheidungen mehr treffen kann, enorm.


Mehr zur Patientenverfügung...

Eine Vorsorgevollmacht


ist die durch Rechtsgeschäft einer anderen Person erteilte Vertretungsmacht und kann erteilt werden im Hinblick auf:


  • die Gesundheit
  • die Aufenthaltsbestimmung
  • die finanziellen Angelegenheiten


Natürlich werden Angehörige beistehen, wenn durch  Unfall, Krankheit, Behinderung oder einem Nachlassen der geistigen Kräfte im Alter die Angelegenheiten nicht mehr selbst geregelt werden können. Wenn aber rechtsverbindliche Erklärungen oder Entscheidungen gefordert sind, können weder der Ehepartner/die Ehepartnerin noch die Kinder gesetzlich vertreten. In unserem Recht haben nur Eltern gegenüber ihren minderjährigen Kindern ein umfassendes Sorgerecht und damit die Befugnis zur Entscheidung und Vertretung in allen Angelegenheiten. Für einen Volljährigen/eine Volljährige können hingegen die Angehörigen nur in zwei Fällen entscheiden oder Erklärungen abgeben: Entweder aufgrund einer rechtsgeschäftlichen Vollmacht oder wenn sie gerichtlich bestellte Betreuer sind.


Mehr zur Vorsorgevollmacht und dem Betreuungrecht...

In meinem Bekanntenkreis haben wir folgende Situation:

Ein Paar kommt Mitte Vierzig in 2.Ehe zusammen. Sie erleidet, ein halbes Jahr nach der Hochzeit, nachts eine Hirnblutung, lag lange Zeit im Koma und ist seitdem ein Pflegefall. Sie wurde seit dem Koma zweimal "erfolgreich" reanimiert und lebt mittlerweile in einem Pflegeheim. Sie ist jetzt wach, kann nicht Sprechen, kann sich nicht bewegen, sitzt aber im Rollstuhl. Sie nimmt nicht mehr am Leben teil und ihre geistigen Möglichkeiten sind sehr beschränkt. 

Sie hatte leider nicht für diese Situation vorgesorgt. Es gibt Streit zwischen den Kindern, der Familie und dem 2.Ehemann. 

Der 2.Ehemann ist sich sicher, daß sie so nicht leben wollte. Die Kinder kämpfen um die Betreuung und wollen die Mutter nicht sterben lassen.

Aufgrund der Uneinigkeit ist jetz ein gesetzlicher Betreuuer außerhalb der Familie bestellt worden und trifft Entscheidungen, ohne die Betroffene und ihre Ansichten zu kennen.


Eine Patientenverfügung hätte Einfluß auf die medizinische Versorgung im Hinblick auf die Lebensverlängerung genommen.

Eine Vorsorgevollmacht hätte z.B. den neuen Ehemann oder eine andere Person ermächtigt Entscheidungen in ihrem Sinne zu treffen.


Durch NotfallVorsorge in guten Zeiten formuliert und jährlich erneuert hätte die gesamte Familie eine Richtschnur für die weitere Lebensführung und das Lebensende gehabt.

Andrea König -SiN-

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